Rund um's Thema "Milch"

Milch - eines der sichersten Lebensmittel, da sie auf dem Weg von der Kuh bis zum Endverbraucher viele Kontrollen durchlaufen muss.

Unsere Kühe werden von Lely A5 Melkrobotern gemolken. Sie können selbständig entscheiden, ob Sie fressen, liegen oder melken möchten.

Nach dem Melken läuft die Milch durch einen groben Filter und anschließend in unseren 28.000-Liter-Tank. Darin wird Sie auf ca. 6 Grad heruntergekühlt. Zweimal am Tag kommt der Molkerei-LKW. Er bringt sie gekühlt in die Molkerei zur Weiterverarbeitung/Veredelung.

Aus unserer Milch wird Vollmilch, Buttermilch, Butter, Saure Sahne, Schlagsahne, Joghurt, Käse, Quark, Kefir, Molke usw. .

Um einen Liter Milch melken zu können, müssen durch das Euter der Kuh ca. 400 l Blut strömen. Eine Kuh jedoch kann erst Milch geben, wenn Sie ein Kalb geboren hat.

Durch das mehrmalige Melken täglich, wird die Milchproduktion bis etwa 305 Tage aufrechteralten. Dies nennt man auch Laktation (Milchbildungsperiode, die Zeit zwischen Kalbung und dem Trockenstellen).

Ausschlaggebend für die Milchproduktion einer Kuh, sind zum Beispiel gute Haltungsbedingungen und die Qualität des Futters. Nach der Umstellung des Grundfutters, ist es durchaus möglich, dass die Milchmenge einer Kuh zurückgeht. Daher ist eine Futterumstellung immer ein sehr sensibles Thema.

Fütterung

Kühe brauchen für die Aufrechterhaltung Ihrer Wiederkautätigkeit hauptsächlich rohfaserhaltiges Futtermittel, wie z. B. Silage, Heu oder Stroh. Zusatzfutter sind z. B. Rübenschnitzel, Maissilage oder Kraftfutter. Diese tragen zu einer ausgewogenen Ernährung bei. Eine Kuh frisst ca. 50 kg dieser Futtermischung. Bestehend aus Grassilage, Maissilage, Getreide (z. B. Weizen), Stroh, Salze, Mineralfutter.

Wasserbedarf

Eine Milchkuh benötigt im Stall zwischen 80 und 150 l Wasser. Bei Hitze ist der Wasserbedarf entsprechend höher. Der Wasserbedarf einer Weidekuh, welche  saftiges Gras fressen kann, ist etwas geringer.

Kraftfutter

Unsere Milchkühe bekommen im Melkroboter eine Kraftfuttermischung, welche auf Ihren Bedarf abgestimmt ist. In einer Kraftfuttermischung sind z.B. Getreide, Sojaschrot und Mineralien mit einem hohen Energiegehalt, speziell zur Fütterung von Hochleistungsmilchkühen.

Mittlerweile geht der Trend dahin, dass der Endverbraucher/Kunde GVO-freie Milch konsumieren möchte. Bei der Produktion von GVO-freier Milch, wird auf Futtermittel, die aus genverändertem Saatgut oder ähnlichem entstanden ist, verzichtet.

Kälber

Ein männliches Tier = Bullenkalb / ein weibliches Tier -= Kuhkalb. Direkt nach der Geburt trinkt ein Kalb Biestmilch (auch Kolostralmilch oder Kolostrum genannt). Diese enthält für das Kalb wichtige Nähr- und Wirkstoffe, wie z. B. Vitamine und Antikörper. Ein Kalb bekommt anschließend ca. 8 bis 12 Wochen lang Milch und wird anschließend auf Wasser, Heu und Kraftfutter (z. B. Schrot oder Kälbermüsli) umgestellt. Ab 5 Monate nennt man ein Kalb = Fresser. Ein Kalb wird rund 9 Monate und neun Tage nach der (meist künstlichen) Besamung geboren. Bei der Geburt wiegt ein Kalb ca. 35 - 45 kg. Eine ausgewachsene Kuh bringt zwischen 600 kg und 700 kg auf die Waage.

Brunst/"brünstige Kuh"

Dies sind die Tage, in denen ein Rind trächtig werden kann. Zum ersten Mal brünstig sind Rinder im Alter von ca. 10 Monaten. Ein Brunstzyklus beträgt etwa 3 Wochen und die Dauer einer Brunst liegt bei 1/2 Tag und 1 1/2 Tagen. Zum ersten mal "belegt" oder besamt wird mit ca. 15 Monaten. 

Ein weibliches Rind vor der ersten Kalbung nennt man Färse. Nach der Geburt eines Kalbes nennt man sie Kuh. Kühe kalben im Schnitt zwischen ca. 27-30 Monaten das erste Mal - bei uns hingegen bereits im Alter von 25 Monaten.

Fakten zum Melkroboter

Der Vorteil des Melkroboters ist, dass er 24-Stunden am Tag in Betrieb ist und unser Kühe frei entscheiden können, wann sie zum Melken gehen möchten. Dies ist mit weniger Stress verbunden, als beim herkömmlichen Treiben zum Melkstand. Die Milchkühe werden mit Kraftfutter, welches ähnlich wie bei uns Schokolade bewirkt, angelockt.

Es gibt selbstverständlich Kühe, die nicht selbst zum Melken gehen. Dies erfolgt dann durch eine "Extraaufforderung" durch den Landwirt. Er sieht diese Informationen beim Blick in den Computer.

Vor dem Melken wird das Euter der Kuh mit lauwarmem Wasser und zwei rotierenden Bürsten gereinigt. Ein computergesteuerter Arm setzt nun die Melkbecher oder Zitzenbecher an. Während die Kuh nun ihr Kraftfutter frisst, wird sie gemolken.

Nach jeder Melkung wird das Melkgeschirr mit heißem Dampf gereinigt.

Regelmäßige Reinigung der Sensoren und es Melkstandes sind jedoch weiterhin durch die menschliche Hand notwendig.

Durch das Melken mit dem Melkroboter ist der Landwirt jedoch viel unabhänginger, als beim täglich zweimal fälligen Melken im Melkstand (morgens und abends).


Pasteurisieren

Mit dem Pasteurisieren, möchte man Frischmilch oder auch Rohmilch haltbar machen. Bei diesem Verfahren, wird die Milch kurzfristig (zwischen 15 bis 30 Sekunden) auf 62 bis 74 Grad erhitzt. Damit möchte man, die für den Menschen schädlichen Keime und Bakterien abtöten. Gleichzeitig wird so die Milch haltbarer. Rohmilch hält sich im Kühlschrank ca. 2 bis 3 Tage. Pasteurisierte Milch entsprechend länger.

Inhaltsstoffe der Milch

Wasser = ca. 87 % / Milchzucker  = ca.  4,7 % / Fett = ca. 4 % / Eiweiß = ca. 3,4 % / Mineralstoffe und Vitamine = ca. 0,8 %

Milch enthält lebenswichtige, fettlösliche Vitamine (A, D, E und K, sowie wasserlösliche Vitamine (C, B1, B2, B6 und B12). Außerdem Calcium, Phosphor, welche für den Aufbau und Erhalt von Knochen und Zähnen wichtig sind. Auch bei der Versorgung des Körpers mit Eisen, Jod, Natrium, Magnesium und Zink  spielt Milch eine wichtige Rolle.

Wie kommt der Milchpreis im Laden zustande...

Zahlt der Kunde im Lebensmittelgeschäft ca. 55 Cent für einen Liter Vollmilch, blieben dem Bauern nach Abzug aller anderen Kostenbestandteile nur 23 Cent übrig. Dieser Preisunterschied ergibt sich wie folgt:

Preis Landwirt ab Hof (3,5 % Fett) = 42 % / Transport zur Molkerei = 2 % / Produktionskosten der Molkerei = 14 % / Verwaltungskosten und Verdienst der Molkerei = 1 % / Verpackung = 16% / Lagerkosten und Logistik = 4 % / Kosten Grüner Punkt = 3 % / Kosten und Verdienst Lebensmitteleinzelhandel = 11 %


Wie verdaut eine Kuh?

Die Kuh gehört wie zum Beipiel auch Ziege und Schaf zu den Wiederkäuern. Diese Form des Verdauens ermöglicht es der Kuh, selbst Stroh zu verwerten und Milch zu produzieren.

Der Verdauungstrakt einer Kuh besteht aus dem Gebiss, dem Pansen, dem Netzmagen, dem Blättermagen, dem Labmagen, dem Dünndarm und dem Dickdarm.

Das Prinzip der "Vierer-Mägen" ist bei allen Wiederkäuern gleich und jeder einzelne Magen hat eine nicht zu ersetzende Funktion.

Die Kuh rupft mit Ihrer Zunge das Gras ab oder nimmt es vom Futtertisch auf. Ohne groß zu kauen, schluckt sie das Futter und es landet zuerst im Pansen.

Dieser funktioniert ähnlich wie eine "Gärkammer", da hier das Gras/Futter im sogenannten "Pansen-See", also viel Flüssigkeit eingeweicht wird. Im Pansen sorgen viele winzige Lebewesen wie Einzeller oder Bakterien für die Zerkleinerung des Futters.

Anschließend wird das vorgeweichte Futter wieder in die Mundhöhle hochgewürgt und erst jetzt ordentlich gekaut. Daher kommt der Begriff "Wiederkäuer".

Dieser Vorgang (schlucken-hochwürgen-kauen-schlucken-hochwürgen-kauen) macht die Kuh, bis das Futter richtig zerkleinert ist.

Während des wiederkäuens "schwappt" ein Teil des Futtergemisches weiter in den Netzmagen. Dieser trennt noch einmal die feinen von den groben Bestandteilchen.

Die feinen Teilchen werden nun in den Blättermagen weiterbefördert. Der grobe Rest des Futtergemisches wandert zur nachträglichen Zerkleinerung ins Maul zurück.

Im Blättermagen werden dann die notwendigen Nährstoffe und das Wasser aufgesaugt und landen im letzten Magen - dem Labmagen.

Im Labmagen, wird der Pflanzenbrei mit Hilfe von Magensäure, ähnlich wie bei uns Menschen, völlig zersetzt und dann weiter in den Darm befördert.

Eine wichtige Aufgabe des Bauern ist es, darauf zu achten, dass seine Kühe genügend "Rohfaser" (Heu/Grassilage) aufnehmen. Nur dadurch ist gewährleistet, dass die Kautätigkeit und der Speichelfluss angeregt wird. Dieser ist wiederum notwendig, damit die im Pansen gebildeten Säuren neutralisiert werden.

Eine unausgeglichene Fütterung mit nur fein strukturiertem Futter (z. B. gemahlenes oder geschrotenes Getreide), würde zu einer Bakterienvermehrung und extremen Säurebildung führen. Dies wäre für die Kuh ungünstig und würde sie auf Dauer krank machen auch Acidose genannt.

Ein ausgeglichenes Futtergemisch ist daher unabdingbar.